Von der Kunst der klaren Sprache und Verständlichkeit

Wie wird man verstanden, wie gelingt es, dass der andere einen versteht? Oft wünscht man sich, der andere könnte fühlen und erleben, was man selbst fühlt und denkt. Alles wäre sonnenklar, es gäbe keine Ungereimtheiten, keine Unklarheiten und keine Missverständnisse. Wäre das Leben dann nicht umso vieles harmonischer und schöner?
Stattdessen hat man sich mit der Sprache herumzuschlagen, ringt nach Worten, ist sich nicht sicher, ob man sich wirklich verständlich gemacht hat, sagt etwas, was man doch nicht so gemeint hat usw. Ist die Sprache, ja überhaupt Kommunikation geeignet, um einen klaren Austausch_ von Gedanken und Erlebnissen zu ermöglichen?

Wie wichtig ist Sprache, um verstanden zu werden?

Sicher wäre es schön, wenn man Telepath wäre, ohne sprechen zu müssen, direkt kommunizieren könnte. Bedeutet nun der Umstand, dass nur die Sprache zur Verfügung steht, dass ein wirkliches gegenseitiges Verstehen unmöglich ist? Die Sprache ist indirekt, da uns scheinbar nur der Gebrauch von Wörtern gegeben ist, um dem anderen etwas verstehen zu geben. Die Sprache ist wichtig, auch wenn sie eine indirekte Form von Informationsaustausch darstellt, weil Sie die einzige Möglichkeit gegenseitigen Verstehens bedeutet.

Die Begrenztheit unserer Sprache

An dieser Stelle stellt sich die Frage, ob es tatsächlich an der Sprache selbst liegt, weshalb man sich unverstanden fühlt oder sich den anderen nicht verständlich machen kann? Ist die Sprache als indirektes Kommunikationsmittel unzureichend, um uns verständlich machen, einander verständigen zu können? Sprache bedeutet aber mehr, als man ahnen mag. In ihrem verbalen Sinn ist die Sprache im Wirkungsgrad begrenzt, wenn man berücksichtigt, dass in etwa lediglich 10 % des Gesagten akustisch aufgenommen werden. Die Sprache erlaubt uns trotz alledem in ihrem nonverbalen Sinn, die anderen 90% der Botschaft durch unsere Gedanken, unseren gesamten Körper vorzutragen.

Wie man lernt, sich durch sprachliche Kommunikation verständlich zu machen

Die Sprache selbst ist ein Instrument, ein Mittel, das anzuwenden ist. Die Sprache lehrt aber nicht das Sprechen, sondern ist Ausdruck dessen. Man lernt das Sprechen am besten durch zwei Dinge. Zum einen durch das Sprechen selbst, die Übung und zum anderen durch die Aneignung von Sprache. Indem man immer wieder spricht, lernt man das Sprechen am besten. Es wird mit jedem Mal leichter fallen. Die eigenen Hemmungen und Ängste werden sich dadurch verflüchtigen. Man eignet sich die Sprache am besten an, wenn man sich mit ihr vertraut macht, wie ein Musiker mit seinem Instrument.

Die Klarheit eigener sprachlicher Kommunikation

Der größte Teil unserer nonverbalen Kommunikation wie Gestik, Mimik und Körperhaltung, gleichen sich unseren Gedanken an. In den meisten Fällen ist es dann nicht wichtig, was wir sagen, weil unsere wahren Absichten oder Meinungen durch die nonverbale Kommunikation zu verstehen gegeben werden. Man verrät sich und macht unbeabsichtigt alles klar. Um sich klar in Wort und Körpersprache zu äußern, bedarf der Redner selbst Klarheit und Gewissheit, damit er es überhaupt kommunizieren kann. Meist liegt es nicht an der Begrenztheit von Sprache, als vielmehr an der eigenen Unklarheit oder Unsicherheit, die einen unverstanden fühlen lässt.

Wie man zum besseren Redner wird

Um eindeutig, klar und unmissverständlich zu sein, gilt es zu wissen, was man genau und wie man es zu jemandem zu sagen hat. Die Wirkung und Eindringlichkeit der Mitteilung wird davon abhängen, wie sehr man sein Thema durchdacht hat bzw. persönlich damit vertraut ist. Um entscheiden zu können, ob man richtig verstanden wurde, das Richtige gesagt hat, hängt davon ab, ob man den anderen und vor allem sich selbst und seinen eigenen Standpunkt kennt. Alle Verschleierungstechniken, alle Lernregeln und Redeprinzipien werden einen nicht so verstanden lassen, wie man es wünscht, wenn es nichts zu verstehen gibt, das andere nachvollziehen oder fühlen könnten.

Die Klarheit der Sprache liegt in der Klarheit der Gedanken

Ob und wie klar wir sprechen, ist davon abhängig, ob wir einen Gedanken in eine für uns verständliche Struktur gebracht haben. Die Sätze einer Sprache finden ihre Form im Denken, sofern ein Gedanke einem Satz seine Form vorgibt. Je nachdem wie klar uns ein Sachverhalt gedanklich ist, gelingt es uns, entsprechende klare Sätze aus zu formulieren. So ist es der eigene Geist, die eigene Persönlichkeit, die eigenen Gefühle, die den eigenen Sätzen ihre Gestalt verleihen. Ohne klare Gedanken, ohne klaren Ansichten und Werten bleibt Sprache nichts weiter als ein unbenutzter Pinsel. Erst in der Hand eines Malers malt die Sprache wie der Pinsel durch Fantasie des Künstlers ein wundervolles Gemälde.

Dez 9, 18:17