Selbsterkenntnis als Frage nach dem eigenen Selbst

Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, wer man selbst ist? Die Gründe dafür können sehr verschieden sein; sei es, dass man überrascht ist, weil man etwas sehr Mutiges oder Feiges getan hat; sei es, dass man an den eigenen Werten zweifelt, weil andere einen verunsichern oder nicht weiß, warum man etwas tut. So ergibt sich die Frage nach dem eigenen Selbst, wenn man die eigene Vorstellung von sich bzw. das eigene Selbstbild hinterfragt. Die Frage nach der eigenen Selbsterkenntnis stellt sich folglich, wenn man fragt, ob etwas richtig ist, ob es das ist, was man wirklich will. Fehlt die Übereinstimmung, die Identifikation mit eigenen Handlungen und Meinungen, wird das eigene Selbstbild bisweilen erschüttert. Der Sinn von Selbsterkenntnis findet sich anscheinend in der Selbstfindung in Form wahrer Wünsche sowie Einstellungen.

Wieso hilft Selbsterkenntnis?

Ist es nicht egal, ob man sich selbst erkannt hat? Fragen Philosophen nicht sowieso immer nach sinnlosem Zeugs? Wieso sollte einem Selbsterkenntnis im Leben helfen? Sich selbst zu erkennen, bedeutet, das tun zu können, was man will. Selbsterkenntnis bildet gewissermaßen die Grundlage für Zufriedenheit und Gelassenheit. Der logische Grund ist einfach der, dass man erst glücklich werden kann, wenn man weiß, was einen glücklich macht. Sich selbst zu erkennen lernen, bedeutet zu wissen, was man wirklich will. Es ist keine leichte Aufgabe, unter all den vielen Wünschen und Vorstellungen herauszufinden, welche allen anderen vorzuziehen und wahr sind.

Die wichtige Aufgabe eigener Selbsterkenntnis

Woher weiß ich, wer ich bin oder sein will? Kann ich das überhaupt selbst beeinflussen bzw. bestimmen? Wir alle sind zwar Menschen, dennoch unterscheiden wir uns von einander aufgrund unserer einzigartigen Individualität. Sofern sich einem Einzelnen „die Frage nach dem eigenen Selbst“ stellt, „zweifelt“ man daran, ob man etwas wirklich will. Eine Frage, die jeder nur „für sich selbst“ beantworten kann, da jedes Individuum einzigartig ist. So wäre es verfehlt, nach einer allgemeingültigen Antwort suchen zu wollen, wenn es nicht um Menschen, sondern gerade um einen selbst geht. Die Selbsterkenntnis ermöglicht es einem, zu zeigen, wer man „wirklich sein will“. Hat man in diesem Sinne erkannt, wer man ist, wird man alles dafür tun, was man wirklich will, weil es wohl durchdacht ist und aus der inneren Seele spricht.

Fazit: Selbsterkenntnis ist die Bedingung für Selbstbestimmung

Augenscheinlich bedarf es der „Fähigkeit zur Selbsterkenntnis, um sein Leben selbst bestimmen zu können“. Ohne zu wissen, was man wirklich will, gelingt es einem nicht, sich selbst zu verwirklichen. Weil es nun dieses eigene „Selbst“ in uns gibt, kann das eigene Handeln und Denken mit dem eigenen Selbst entweder „harmonieren“ oder „widerstreiten“. So kommt es in der Frage nach dem eigenen Selbst darauf an, uns selbst zu fragen, ob all unser Tun und Denken das ist, das wir wirklich wollen. Eine „individuelle“ Frage, die jeder für sich zu beantworten hat. Damit ist die Annahme verbunden, dass es an einem selbst liegt, was für eine Person man sein will. Anderenfalls machte es keinen Sinn, zu fragen, was man wirklich will, wenn man nicht danach handeln könnte.

Jul 28, 22:26